Eine Form von Energie kommt nicht direkt aus der Nahrung, sondern ist bereits im Muskel vorhanden: das energiereiche Kreatinphosphat (KP).

Zunächst stehen dem Körper die energiereichen Phosphate zur sofortigen Energiegewinnung zur Verfügung. Diese Energiebereitstellung verläuft ohne Verbrauch von Sauerstoff (anaerob) und ohne Bildung von Laktat (alaktazid). Die Mitochondrien als „Kraftwerke“ oder „Motoren“ der Zelle bauen Adenosintriphosphat (ATP) und Wasser (H2O) mithilfe des Enzyms Adenosintriphosphatase zu Adenosindiphosphat (ADP), Phosphat (P) und Energie in Form eines Wasserstoffkations [H+] ab.[1]

ATP-Abbau

 

 

Sinkt das ATP-Vorkommen in den Mitochondrien ab, dann wird durch die ebenfalls alaktazid und anaerob ablaufende Reaktion zusätzliches ATP mithilfe des Enzyms Kreatinkinase gebildet. Hierbei reagieren KP mit ADP und dem Wasserstoffkation aus dem ATP-Abbau zu Kreatin und ATP. Dadurch kann für weitere 20 bis 30 Sekunden eine sehr große Leistung erbracht werden.

ATP-Bildung

 

 

Die anaerob-alaktazid ablaufende Phosphatgenese ist also ein Stoffwechselweg zur sofortigen Energiebereitstellung.

Dieses System liefert solange ATP zur Aktivierung der Muskelkontraktionen, bis der Körper die Energiegewinnung über den anaeroben Abbau von Glukose (Traubenzucker) und Bildung von Laktat, die so genannte anaerobe Glykolyse aus dem Blutkreislauf einleitet.

Muskulatur – Wissenswertes
Grundlagen der Trainingslehre 11